
Die Entstehung eines Torfmoores beginnt in dauerhaft sehr nassen Gebieten, meist in flachen Tieflandregenwäldern mit hoher Niederschlagsrate – zum Beispiel in Indonesien, Malaysia oder dem Kongo-Becken. Dort sorgen regelmäßige Regenfälle und schlechte Abflussverhältnisse dafür, dass Wasser im Boden stehen bleibt.
Die Böden sind oft arm an Nährstoffen und sehr sauerstoffarm. Das führt dazu, dass organisches Material – abgestorbene Blätter, Äste, Wurzeln – nicht vollständig zersetzt wird. Stattdessen sammelt sich über Jahrhunderte eine dicke Schicht aus halb zersetztem Pflanzenmaterial: Torf.

Im tropischen Regenwald ist das Pflanzenwachstum das ganze Jahr über aktiv. Laub, abgestorbene Pflanzen und Baumwurzeln fallen regelmäßig an. Unter den nassen, sauerstoffarmen Bedingungen im Moorboden kann das Material kaum verrotten.
Die organische Substanz lagert sich ab, verdichtet sich über die Zeit und bildet nach und nach mächtige Torfschichten, die oft mehrere Meter dick werden. In manchen Regionen Borneos beträgt die Torftiefe über 10 Metertext in italic – das entspricht mehreren Jahrtausenden an aufgebautem Biomassematerial.
Die Bildung eines tropischen Torfmoores dauert sehr lange: Jahr für Jahr wächst die Torfschicht nur wenige Millimeter. Bis ein echtes Torfmoor entstanden ist, können Tausende von Jahren vergehen. Gleichzeitig speichert diese Schicht große Mengen Kohlenstoff – ein entscheidender Beitrag zum Klimaschutz.
Damit ein Torfmoor stabil bleibt und weiterwachsen kann, muss der Wasserhaushalt intakt bleiben. Wenn das Moor entwässert wird – etwa durch Kanäle, Landwirtschaft oder Infrastrukturprojekte – sinkt der Wasserspiegel, Luft gelangt in den Boden, und der Torf beginnt sich zu zersetzen. Dabei wird CO₂ freigesetzt, oft in gewaltigen Mengen.
Tropische Torfmoore entstehen nur unter ganz bestimmten Bedingungen: viel Wasser, langsame Zersetzung, kontinuierlicher Pflanzenabwurf und viel Zeit. Sie sind ein Wunderwerk natürlicher Prozesse – und gleichzeitig hochgradig empfindlich gegenüber menschlichen Eingriffen.
Ihr Schutz ist daher nicht nur ein Beitrag zur Erhaltung der biologischen Vielfalt, sondern auch ein entscheidender Hebel im Kampf gegen den Klimawandel.