
In den undurchdringlichen Regenwäldern dieser Erde wimmelt es von faszinierenden Lebewesen, von denen viele noch unentdeckt sind. Das Beobachten dieser Kreaturen in freier Wildbahn ist ein Privileg und liefert immer neue Erkenntnisse für die Wissenschaft. Unsere Monitoring-Teams, die durch die Wälder Borneos streifen, haben das Glück, auf viele dieser faszinierenden Tiere zu treffen. Heute werfen wir einen Blick auf den Borneo-Plumplori.
Der Plumplori ist benannt nach seiner für gewöhnlich langsamen und bedächtigen Art, aber: er kann wenn es darauf ankommt blitzschnell Insekten und kleine Wirbeltiere fangen. Ansonsten besteht seine Ernährung hauptsächlich aus Früchten, Knospen, Blüten und Baumsäften. Er ist nachaktiv und schläft tagsüber zusammengerollt in dichtem Geäst. Er verbringt den Großteil seiner Lebenszeit in den Bäumen.

Zoologisch gehören die Plumploris zu den Primaten und zur Unterordnung der Strepsirrhini, den Feuchtnasenprimaten. Diese besitzen wie Hunde und Katzen feuchte äußere Nasenschleimhäute, was ihren Geruchssinn verbessert. Insgesamt gibt es acht Plumplori-Arten, von denen vier auf Borneo vorkommen. Der Borneo-Plumplori ist nach seinem Heimatort benannt und lebt hauptsächlich in den südlichen Regionen Kalimantans, einschließlich des Nationalparks Bukit Baka Bukit Raya, wo zb auch durch BOS Orang-Utans auswildert. Er ist ca. halb so groß wie eine Hauskatze und lebt einzelgängerisch oder leben in kleinen Familiengruppen.
Plumploris sind eine der wenigen giftigen Säugetierarten. An ihren Armen haben sie Drüsen, deren Sekret in Verbindung mit dem Speichel toxische Wirkung bei Beutetieren und unvorsichtigen Fressfeinden hervorruft. Ähnliche Giftdrüsen haben nur wenige Säugetiere wie bestimmte Spitzmäuse, Schnabeltiere und Ameisenigel.
Interessanterweise können auch Orang-Utans zu den Fressfeinden gehören. 2011 beobachtete die Zoologin Madeleine E. Hardus auf Sumatra ein Orang-Utan-Weibchen, das einen Plumplori fraß. Solche Vorfälle sind selten dokumentiert, können aber auch bei Borneo-Orang-Utans vorkommen. In Zeiten mit wenig Früchten kann der Bedarf an tierischem Eiweiß steigen, weshalb Orang-Utans gelegentlich zu ungewöhnlicher Beute greifen.

Die IUCN (International Union for Conservation of Nature) hat den Borneo-Plumplori noch nicht separat eingestuft, aber allgemein gelten Plumploris als gefährdet („vulnerable“). Ihre Bestände schrumpfen aufgrund des Verlusts von Waldgebieten und illegaler Wilderei. Besonders der illegale Wildtierhandel bedroht sie, da sie oft als exotische Haustiere begehrt sind. Doch Plumploris sind keine geeigneten Haustiere. Ihre vermeintliche Zahmheit ist eigentlich ein angeborenes Verhalten, bei Bedrohung still zu verharren. Oft werden ihnen dafür auch schmerzhaft die Eckzähne entfernt, um das Risiko von Giftbissen zu verringern, was zu schweren Entzündungen führt.
Der beste Schutz für den Borneo-Plumplori und andere Regenwaldbewohner besteht darin, den illegalen Handel zu bekämpfen und ihren Lebensraum zu bewahren.
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