
Liebe Freunde des Lebenswalds, was für ein Jahr voller Abenteuer, Herausforderungen und bedeutungsvoller Entwicklungen! 2023 war für das Lebenswald-Projekt ein Jahr der Vielfalt, der intensiven Arbeit und der Neuausrichtung.

Zunächst mag es überraschen: Trotz unseres zentralen Ziels, den Wald aufzuforsten und den Lebensraum zu vergrößern, haben wir den größten Teil dieses Jahres keine neuen Bäume gepflanzt. Warum?
Weil wir uns zunächst darauf konzentrieren mussten, unsere bereits oder noch bestehenden Waldflächen intensiv zu pflegen und zu schützen. Die Herausforderungen der vorherigen Jahre haben uns gezeigt, wie wichtig es ist, die Grundlagen zu festigen, bevor wir weiter expandieren. Bevor neuer Wald gepflanzt wird, muss also der alte geschützt werden und Jungbäume müssen länger gepflegt werden, um sicherzugehen, dass aus ihnen ein starker bunter Lebenswald wächst. So haben wir dieses Jahr unter Anderem beschlossen, unseren Jungbäumen eine Pflegezeit von 6 statt vorigen 3 Jahren zu gewähren und uns mit der Umsetzung dieser Veränderung beschäftigt. Genauso müssen neue Aufforstungsflächen gut vorbereitet werden, bevor sie bepflanzt werden und alles gut geplant sein für die nächste Pflanzaktion. Auch darum haben wir uns dieses Jahr intensiv gekümmert, sodass wir im November mit einer großen neuen Pflanzaktion auf ganzen 80 Hektar voll durchstarten konnten!

Doch lasst uns nun tiefer eintauchen in das, was dieses Jahr den Lebenswald bewegt hat, die Entwicklungen, die unsere Mission vorangetrieben haben, und die Zahlen, die unser Engagement widerspiegeln.
In den ersten Monaten des Jahres fokussierten wir uns intensiv auf die Optimierung der Website des Projekts. Von der Verbesserung der Userfreundlichkeit bis hin zur Performance-Steigerung – zahlreiche Änderungen wurden vorgenommen, um Euch besser über unsere Arbeit auf dem Laufenden zu halten. Besonders hervorzuheben waren die überarbeitete Kartenfunktion und die Einführung unseres Newsletters.
Die Forschungsstation Tuanan im Mawas-Schutzgebiet erforderte dringende Renovierungen, um die Forschungsarbeiten wieder aufzunehmen. Durch die großzügige Unterstützung von Organisationen wie der Rutgers Universität, der Universitas Nasional und der Förderung von BOS Deutschland konnte das Renovierungsprojekt finanziert werden.

Die erfolgreiche Fertigstellung von 42 Staudämmen im Mawas-Schutzgebiet trug dazu bei, trockene Torfmoorgebiete zu vernässen und die Feuergefahr zu verringern. Gleichzeitig wurde die WingtraOne-Drohne eingeführt, eine moderne Technologie für eine präzisere Überwachung des Waldgebiets.
Ein Schulungsprogramm für das Team im Umgang mit der Drohne wurde erfolgreich abgeschlossen, seitdem ist die Drohne für uns im Einsatz. Parallel dazu wurde Purun, eine Binsenart, als umweltfreundliche Alternative zu Einwegplastik bei der Anpflanzung von Setzlingen eingeführt.

Die Trockenzeit auf Borneo stellte das Projekt vor schwierige Bedingungen. Ein Feuer nahe den Aufforstungsgebieten erforderte schnelle Reaktionen und intensive Brandbekämpfung, wobei die vorbereiteten Brandschutzmaßnahmen und das Feuerlöschteam vor Ort entscheidend waren.
Die Fertigstellung von 45 weiteren Staudämmen trug dazu bei, 1100 Hektar Regenwald zu schützen und weitere Brände zu verhindern. Gleichzeitig wurde die Methode des Erdpresstopfes eingeführt, eine Methode zur Anzucht von Pflanzen ohne Einwegplastik, was den Lebenswald nahezu plastikfrei macht. Außerdem begann im November für uns erneut das große Pflanzen, mit der Bepflanzung einer neuen 80 Hektar großen Aufforstungsfläche!

Die ersehnte Regenzeit setzte ein und brachte dringend benötigten Niederschlag, der die Böden durchfeuchtete und das Wachstum der Pflanzen förderte. Trotz der positiven Auswirkungen stellten sich neue Herausforderungen wie plötzliche Überschwemmungen ein, die das Team dazu zwangen, sich an die neuen Wetterbedingungen anzupassen, indem beispielsweise einige Schutzhütten im Gebiet auf Stelzen gestellt wurden.

Neben diesen wichtigen Ereignissen haben wir uns im Hintergrund das ganze Jahr über mit den Themen verbesserter Feuerschutz, Schutz bestehender Wälder, Pflege wachsender Jungwälder und Vorbereitung und Planung neuer Aufforstungsflächen und –Aktionen beschäftigt.
Insgesamt war das Jahr 2023 im Lebenswald-Projekt eine Zeit der Renovierung und Pflege, Überarbeitung und Verbesserung von Arbeitsmethoden, sowie Fortschritte in Richtung nachhaltiger plastikfreier Aufforstungsmethoden. Trotz der Herausforderungen blieb das Team entschlossen, den Torfmoorwald zu schützen und zu revitalisieren.
Wir möchten allen unseren Spenderinnen, Helferinnen, Unterstützerinnen und Mitarbeiterinnen für dieses erfolgreiche Jahr 2023 und die tolle Zusammenarbeit danken, und können es kaum erwarten, gemeinsam mit Euch in ein noch aufregenderes nachhaltiges neues Jahr 2024 zu starten!
