Verstärkung des Klimaschutzes durch Torfmoore

17. November 2022
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Verstärkung des Klimaschutzes durch Torfmoore

Die Auswirkungen des Klimawandels sind mehr denn je spürbar. Weltweit kommt es immer wieder zu verheerenden Hitzewellen, Waldbränden und Dürreperioden. Der Klimawandel ist zu einem großen Teil auf den Verlust und die Degradation der Torfmoore zurückzuführen. Aber Torfmoore sind nicht nur Opfer menschlicher Zerstörung und Leittragende der Klima- und Naturkrise, sie sind auch von zentraler Bedeutung für die Lösung dieser Krisen.

COP27

Jedes Jahr treffen sich die Vertragsparteien des Rahmenübereinkommens der Vereinten Nationen über Klimaänderungen (UNFCCC), um die Fortschritte in den verschiedenen Bereichen des Übereinkommens zu bewerten, Maßnahmen zu verstärken und sich auf verschiedene Regeln, Leitlinien und die Umsetzung zu einigen. In diesem Jahr fand die 27. Tagung der Konferenz der Vertragsparteien (COP27) des UNFCCC vom 5. November bis 18. November 2022 in Sharm El-Sheikh, Ägypten, statt.

COP27

Auf der COP 21 im Jahr 2015 wurde ein neues, globales Klimaschutzabkommen, das sogenannte „Pariser Abkommen“ beschlossen. Die partizipierenden Staaten einigten sich auf das zentrale Ziel, die globale Erderwärmung auf deutlich unter 2°C Temperaturveränderung, im Vergleich zur vorindustriellen Zeit, zu begrenzen. Bis 2050 sollen Netto-Null-Emissionen erreicht werden. Die Länder verpflichteten sich zudem, nationale Pläne zur Reduzierung ihrer Treibhausgasemissionen und Anpassungsstrategien vorzulegen, die als Nationally Determined Contributions (NDCs) bekannt sind. Sie vereinbarten, alle fünf Jahre einen aktualisierten Plan vorzulegen, der ihre höchstmöglichen Ambitionen widerspiegelt. Leider sind die NDCs der Länder nicht ehrgeizig genug, um die globale Erwärmung auf 1,5 Grad zu begrenzen.

Die indonesische Regierung hat in ihren NDCs die Wiederherstellung von 2 Millionen Hektar degradierter Torfmoore vorgesehen. Mehr als 24 Millionen Hektar Torfgebiete gibt es in Indonesien, das sind etwa 36 % der gesamten tropischen Moore der Welt. Torfmoore leisten einen essentiellen Beitrag zur langfristigen Speicherung von Kohlenstoff im Boden. In Indonesien werden jedoch seit Jahrzehnten Torfgebiete entwässert, um Platz für Palmöl-, Papier- und Kautschukplantagen zu schaffen. Auch ein gescheitertes Reisanbauprojekt hat zur Austrocknung riesiger Torfgebiete geführt. Der Schutz und die Wiedervernässung von Torfgebieten werden als entscheidend für die Erreichung der NDC-Ziele Indonesiens, sowie des Pariser Abkommens, angesehen.

Torfmoor und COP 27

Torfmoore liefern viele wichtige Ökosystemleistungen wie beispielsweise die Erhaltung der biologischen Vielfalt, die Wasserregulierung und die Bindung und Speicherung von Kohlenstoff. Um diese Leistungen zu sichern und den Klimawandel abzumildern, müssen sie vor weiterer Zerstörung geschützt werden. Obwohl Moore doppelt so viel Kohlenstoff speichern wie die Wälder der Welt, werden sie derzeit unterschätzt und zu wenig in sie investiert. Wie viele Studien zeigen, führt das mangelnde Verständnis der politischen Entscheidungsträger und des Privatsektors für den immensen Wert, den Torfgebiete für die Gesellschaft insgesamt haben, zu ihrer Zerstörung.

Aus diesem Grund wurden auf der COP27 mehrere Nebenveranstaltungen iniziiert. Diese Veranstaltungen wurden von internationalen Organisationen wie der FAO oder der CIFOR-ICRAF organisiert. Sie beinhalten eine Auseinandersetzung mit der Bedeutung von Mooren und die Präsentation möglicher Bewirtschaftungsmethoden für verschiedene Interessensgruppen und politische Entscheidungsträger. Des Weiteren wurde auch die Notwendigkeit einer stärkeren Mobilisierung öffentlicher und privater Finanzmittel zum Schutz der Torfmoore und zur Schaffung von mehr „grünen“ Arbeitsplätzen erörtert.

Lebenswald

„Lebenswald“ ist ein erfolgreiches Beispiel dafür, wie degradierte Moore mit Unterstützung der benachbarten Gemeinden wiederhergestellt werden können. Bislang hat „Lebenswald“ 128 Hektar entwässerte Moore in Mawas renaturiert. Bei der Wiederaufforstung einiger Torfgebiete wurden einheimische Arten verwendet und bis heute mehr als 142.000 Bäume gepflanzt.

Bild3

Wir hoffen, dass wir mit Ihrer Unterstützung die Zahl der Hektar rehabilitierter Torfflächen erhöhen und weiterhin dazu beitragen können, Lebensraum für Orang-Utans zu schaffen und den Klimawandel abzumildern.

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