Erster! Die Pioniere des Waldes

11. Juli 2024
Pflanzen
Auf Karte ansehen
Erster! Die Pioniere des Waldes

Bei den Pionierpflanzen ist der Name Programm, denn sie sind die ersten, die ein neues Gebiet mit meist kargen Böden besiedeln und damit den Weg für ihre Nachfolger ebnen. Genauer gesagt sind Pionierpflanzen besondere Arten, die in ihrer Physiologie und ihrem Lebenszyklus so konzipiert sind, dass sie eine besondere Anpassungsfähigkeit zur Besiedlung noch vegetationsfreier Flächen besitzen.

In unseren zukünftigen Aufforstungsgebieten halten wir ständig Ausschau nach Pionierarten, da sie ein gutes Zeichen dafür sind, dass hier ein neuer Lebensraum entstehen kann. Außerdem reichern sie selbst den ausgemergelten Boden mit Nährstoffen an. So machen sie ihn auch für ihre kleinen Geschwister nutzbar - den anspruchsvolleren Sekundärbewuchs. In unserem Fall sind das unsere Setzlinge.

Das Überlebensrezept der Ersten

Die Erstbesiedler haben zwar einige ausgeklügelte Anpassungsstrategien für karge Gebiete, sind aber im Vergleich zu anderen Arten konkurrenzschwach. Sie verschwinden oft wieder, während sich das Gebiet langsam erholt. Indem sie also den Sekundärarten den Weg ebnen, schaufeln sie sich ihr eigenes Grab und tauchen dann plötzlich an anderer karger Stelle wieder auf. Bei unseren Pionierbäumen jedoch ist das anders: sie werden sehr groß werden und sichern sich somit ihr Überleben zwischen den Setzlingen. Sie sind schlichtweg kleine Sonnenliebhaber und sprießen besonders fröhlich, wenn sie den heißen Sonnenstrahlen in Mawas schutzlos ausgesetzt sind. My Post 35 Ihre Superkraft, Lebensräume nach der kompletten Zerstörung wie zum Beispiel Waldbränden neu zu besiedeln und den Boden durch ihre Lebensweise auch für andere Pflanzen nutzbar zu machen, ist ein Glücksfall für die Aufforstung.

Zusammenarbeit der Baumarten

Ein weiterer wichtiger Vorteil der Pionierpflanzen ist, dass sie meist schnell wachsen und dann viel Schatten spenden. Sie sind an die direkte Sonneneinstrahlung und die hohen Temperaturen im Aufforstungsgebiet gewöhnt und benötigen diese sogar, um wachsen zu können. Im intakten Wald suchen sie danach vergeblich, deshalb können sie am besten Teil des Waldes werden, wenn sie als erste da sind. Die oft langsamer wachsenden Sekundärarten dagegen brauchen einen geschützten Raum, wo sie Sonne, Hitze und Wind nicht schutzlos ausgesetzt sind. Da helfen die Pioniere. Sie bilden eine Art Schirm, unter dem unsere Setzlinge behüteter aufwachsen können: perfektes Teamwork! My Post 32 Durch das Zusammenspiel von verschiedenen Pionierpflanzen und Lebenswald-Setzlingen entsteht eine biologische Vielfalt, die perfekte Voraussetzungen für die Entstehung eines gesunden und diversen Lebensraumes mit sich bringt. Diese Variante der Aufforstung ist dadurch auch besonders natürlich im Vergleich zu einer Aufforstung als reine Monokultur. Ein so entstandener Wald ist außerdem widerstandsfähiger, da die verschiedenen Arten mit ihren individuellen Fähigkeiten zusammen ein starkes ineinandergreifendes Ökosystem bilden.

Die Pionierpflanzen sind also ganz schöne Multitalente! Aber um welche Arten handelt es sich überhaupt?

Tumih, Tarantang & Co.

In unserem Gebiet haben wir einige verschiedene Arten von Pionierpflanzen, die immer wieder auftreten. Darunter zum Beispiel Tumih, Tarantang, Rambangun, Tapuhut und Nipa. Der Tumih sprießt so schnell aus dem Boden und wächst so rasant, dass er manchmal auch als “Alien-Pflanze” bezeichnet wird.

Der Nipa ist ein besonders großer immergrüner Baum der Gattung der Johanniskrautgewächse, der rote Blüten trägt und kleine Kapselfrüchte ausbildet. Er wird bis zu 45m hoch und sein Stamm kann ganze 120cm dick werden!

Ein besonders spannender Baum ist auch der Tarantang. Seine Blätter werden von Orang-Utans oft zum Nestbau mitverwendet. Warum? Sie beinhalten einen Insekten-abwehrenden Stoff und schützen die Waldmenschen so vor Moskitos. So dienen sie als das natürliche Moskitonetz für unsere nächsten Verwandten! My Post 34 Wir sind froh über unsere Pioniere, die es uns ermöglichen, ein gesundes Ökosystem von Grund auf wieder aufzubauen. Dabei haben alle verschiedenen Pflanzen ihre eigene Bedeutung und wirken erst zusammen als funktionierendes System.

Teile diesen Artikel, indem Du unten auf eins der Icons klickst und hilf uns, die gute Nachricht weiterzuerzählen!

Du willst noch mehr wissen? Abonniere unseren Newsletter!