Die Regenzeit auf Borneo: Ein Segen für den Lebenswald

4. Dezember 2023
Info
FacebookWhatsAppEmail
Die Regenzeit auf Borneo: Ein Segen für den Lebenswald

Erlösung von der Trockenheit

Die Regenzeit auf Borneo erstreckt sich in der Regel von Oktober bis April, und in dieser Zeit fallen enorme Niederschlagsmengen, die die Landschaft in ein grünes Wunderland verwandeln. Dieser jährliche Segen der Natur ist von unschätzbarem Wert für die Umwelt und damit für Projekte wie den Schutz und die Wiederherstellung des Regenwaldes.

Mit Beginn der Regenzeit erfolgt ein spürbares Aufatmen der Projektmitarbeiter: Die Trockenzeit ist vorbei und somit die Gefahr für weitere Waldbrände fürs erste so gut wie erloschen. Die Böden werden stärker durchfeuchtet und die generellen Wasserreserven im Schutzgebiet aufgefüllt, die Wasserstände in den Kanälen steigen.

Damm

Jetzt sollte die Regenzeit also normalerweise längst in vollem Gange sein. Allerdings macht sie sich bisher eher schleichend bemerkbar – es fängt langsam an, mal hier und da zu regnen, aber so richtig nass ist es noch nicht. Das kommt hoffentlich bald!

Regen als Wachstumsbooster

Nach langer Trockenheit schafft die Regenzeit ideale Bedingungen für das Wachstum von Pflanzen, einschließlich der Bäume, die wir in den letzten Jahren gepflanzt haben. Die Samen keimen leichter, und die jungen Bäume haben ausreichend Wasser, um zu gedeihen. So wird aus dem teils sonnenverbrannten Projektgebiet wieder ein strahlend grüner und blühender Lebenswald.

Jungbaum Januar 21

Woher kommt die Regenzeit?

Die Regenzeit auf Borneo wird durch den Monsun beeinflusst, wobei der Nordostmonsun in der Trockenzeit warme, trockene Luft bringt, während der Südwestmonsun in der Regenzeit feuchte Luftmassen und Niederschläge mit sich führt. Während der Regenzeit können deswegen aber auch tropische Stürme und Wirbelstürme auftreten, die zu erheblichen Schäden führen können. Diese Stürme sind oft von heftigen Regenfällen und starken Winden begleitet.

Gefahren der Regenzeit

Bei dem oft sehr plötzlichen Umschwung von Trocken- zu Regenzeit sind die ausgedörrten Böden gar nicht in der Lage, so schnell so viel Wasser aufzunehmen, wodurch es zu Überschwemmungen kommen kann. Junge Pflanzen und auch Tiere können dabei ertrinken oder an den Folgen zu geringer Resistenz oder Anpassungsfähigkeit sterben.

IMG-20210320-WA0012

Ebenso können bei tropischen Stürmen die pflanzlichen und tierischen Bewohner des Lebenswaldes zu Schaden kommen - Pflanzen können ausgerissen, oder durch umgestürzte Bäume oder mitgerissene Gegenstände verletzt werden.

Eine viel größere Gefahr ist allerdings heute das Ausbleiben der Regenzeit durch den Klimawandel. Denn ohne die Regenzeit vertrocknen Pflanzen und Lebewesen auf Dauer.

Arbeit im Lebenswald während der Regenzeit

Auch für unser Team bieten sich in der Regenzeit andere Themen und Herausforderungen als in der Trockenzeit: Alle Projekthütten müssen gut befestigt und sicher sein und auf Stelzen stehen, um Überschwemmungen zu entkommen. Staudämme müssen überprüft und gewartet werden. Es ist schwieriger Datenmessungen zu erheben und die Mitarbeiter auf dem Feld müssen das Wetter stets beobachten um sich vor starken Stürmen schützen.

Hütten im Regen

Regenzeit ist Aufforstungszeit

Trotz der Risiken ist die Regenzeit die Zeit der Aufforstung – die Zeit, in der Setzlinge und Jungbäume eingepflanzt werden können und die besten Überlebenschancen auf der Aufforstungsfläche haben: Sie werden durch die Feuchtigkeit gut mit Wasser und Nährstoffen versorgt und sind weniger gefährdet, in der extremen Sonne und Hitze der Trockenzeit zu verbrennen oder zu vertrocknen.

Das heißt für uns: Bereitmachen zum Einpflanzen! Das Pflanzen ist ein ganz besonderer Teil unserer Arbeit und erfüllt uns jedes Mal mit großer Freude. Der Lebenswald wächst!

FacebookWhatsAppEmail
Du willst noch mehr wissen? Abonniere unseren Newsletter!