Trockenzeit auf Borneo: Herausforderungen im Lebenswald

31. August 2023
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Trockenzeit auf Borneo: Herausforderungen im Lebenswald

Puh, heiß! Wir stecken mittlerweile mitten in der indonesischen Trockenzeit, aber was bedeutet das eigentlich genau?

Während der Trockenzeit, die von Juli bis Dezember auf Borneo herrscht, verändert sich das Klima spürbar. Die höheren Temperaturen, der geringere Niederschlag und die hohe Luftfeuchtigkeit schaffen eine einzigartige Umgebung, in der die Wasserreserven abnehmen und die Böden austrocknen. Die höhere Sonneneinstrahlung setzen der Flora und Fauna zusätzlich zu. Außerdem steigt das Feuerrisiko brisant an. Das hat insbesondere Auswirkungen auf die Aufforstungsflächen und fordert Anpassungen in unserer Arbeitsweise, um den Lebenswald weiterhin bestmöglich schützen und wachsen zu lassen.

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Dieses Jahr hat die Trockenzeit schlagartig begonnen: Den ganzen Juli über hat es fast kein einziges mal geregnet, die Temperaturen stiegen bis auf knapp unter 40 Grad Celsius an und das Wasserlevel in den Kanälen sank innerhalb von nur 3 Wochen um bis zu 40cm.

Die Trockenzeit stellt Setzlinge und junge Pflanzen vor anspruchsvolle Wachstumsbedingungen. Die reduzierte Wasserverfügbarkeit und die trockeneren Böden können das Wachstum verlangsamen und das Überleben gefährden. Die intensivere Sonneneinstrahlung kann zu Wasserverlusten bishin zum Vertrocknen führen und die Pflanzen stressen. Daher ist es von entscheidender Bedeutung, dass das Projektteam während dieser Zeit eine besonders aufmerksame Kontrolle und Pflege der Setzlinge sicherstellt.

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Außerdem bringt die Trockenzeit ein erhöhtes Risiko von Waldbränden mit sich, da die trockenen Bedingungen und die intensive Sonneneinstrahlung die Entzündungsgefahr erhöhen und eine rasante Feuerausbreitung begünstigen. Wir legen daher während dieser Zeit besonderen Fokus auf die Feuerprävention. Patrouillen werden verstärkt, um potenzielle Brandherde frühzeitig zu erkennen und zu bekämpfen. Das Projektteam überprüft regelmäßig die vorhandenen Feuerschutzmaßnahmen wie Löschpumpen und Hydranten, um sicherzustellen, dass sie einsatzbereit sind. Zusätzlich werden Feuereinsätze geübt, um im Ernstfall effizient reagieren zu können. Ein zentrales Anliegen ist auch die Wiedervernässung der Gebiete durch die Wartung und Installation von Dämmen, um den Wasserstand zu erhöhen, sowie von Hydranten zur schnellen Feuerlöschung. Diese proaktiven Maßnahmen sind von entscheidender Bedeutung, um die empfindlichen Torfmoorwälder während der Trockenzeit vor verheerenden Bränden zu schützen und ihre langfristige Erhaltung zu gewährleisten.

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Die Trockenzeit bringt nicht nur Herausforderungen für die Natur, sondern auch für das Projektteam mit sich. Die höheren Temperaturen führen zu schnellerer Erschöpfung und auf den Aufforstungsflächen gibt es wenig sonnengeschützte Orte zum Ausruhen. Teilweise gibt es mehr krankheitsbedingte Ausfälle durch die schweren körperlichen Bedingungen. Gleichzeitig wird mehr Arbeitskraft benötigt, da ständig patrouilliert und aufmerksam beobachtet und die Lage antizipiert werden muss. Daher bauen wir für mehr und wechselndes Personal, sowie als weiteren Unterschlupf gerade einen weiteren Stützpunkt und Schutzhütte im Projektgebiet.

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Auch die Fortbewegung zwischen den Flächen gestaltet sich schwieriger, da der Wasserstand in den Kanälen sinkt und die gewohnte Bewegung mit Booten eingeschränkt werden muss. Dadurch wird die Feuerwache vom Turm aus noch zentraler für den weitreichenden Schutz gegen das Feuer.

Die Trockenzeit auf Borneo stellt uns vor eine Reihe von Herausforderungen, die von der Pflege der Pflanzen bis zur Feuerprävention reichen. Durch gezielte Anpassungen und eine engagierte Herangehensweise bewältigt das Projektteam diese Schwierigkeiten und setzt seine Mission fort, die wertvollen Torfmoorwälder zu schützen und wiederherzustellen.

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